Im Auftrag des Bundesfinanzministeriums hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit Sitz in Berlin ein Frühwarnsystem entwickelt, das drohende Finanzkrisen in einem frühen Stadium anzeigen soll. Grundlage sind sogenannte Immobilienblasen.
Globale und weitreichende Finanzkrisen müssen in Zukunft früher erkannt werden, damit man ihnen rechtzeitig entgegensteuern kann. Aus diesem Grund hat das Bundesfinanzministerium das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin beauftragt, ein sogenanntes Frühwarnsystem zu entwickeln, das nun vorgelegt werden konnte. Als Fazit des Berichtes könnte man zusammenfassen, dass vor allem die Vermeidung von Immobilienpreisblasen und eine Abänderung des Weltwährungssystems möglicherweise dazu beitragen könnten, solche Crashs wie in 2009 zu verhindern. Damals war die Krise durch die allzu leichtfertige Vergabe von Krediten zur Immobilienfinanzierung in den USA im Zeitraum 2007/2008 ausgelöst worden.
Vor allem das plötzliche Platzen solcher hochspekulativen Immobilienblasen sei Grund für den Ausbruch von Finanzkrisen, so der Bericht des DIW. Als Folge würden sie die Volkswirtschaft dadurch belasten, dass Angebot und Nachfrage mangels schwindender Kaufkraft einbrächen. Das wiederum sei nachrangig verantwortlich für Steuerausfälle, wodurch Staatsschulden steigen und sich die Wachstumschancen verschlechtern können. Das Problem sei, so DIW-Experte Konstantin Kholodilin, solche Blasen nicht nur rechtzeitig zu erkennen, sondern sie auch noch von einer konjunkturell bedingten Entwicklung zu unterscheiden. Hier sei vor allem die dezidierte Betrachtung von Indikatoren wie Kreditbedingungen, Geldmenge und kurzfristige Zinsen angezeigt.
Begünstigend auf Finanzkrisen wirke sich, so das DIW, auch das aktuelle Weltwährungssystem aus. Vor allem die Stabilität sei hier fraglich. Die Berliner Wirtschaftsexperten schlagen daher weder freie noch feste Wechselkurse vor. Ideal sei ein Mischsystem mit nur wenigen, aber großen Währungsräumen, die über flexible Wechselkurse miteinander in Verbindung stünden. So wäre es nach Ansicht der Fachleute von Vorteil, wenn sich neben dem US-Dollar als Weltwährung auch der Euro oder das chinesische Zahlungsmittel Renminbi als Leitwährung durchsetzen könnte. Daneben sollte auch der Euroraum zusätzlich erweitert werden, wobei jedoch auf mehr “wirtschaftliche Homogenität” der Staaten zu achten sei.