Unter dem Motto “ohne Moos nichts los“ führte jetzt der Westdeutsche Rundfunk (WDR) eine Umfrage unter jungen Menschen zum Thema Finanzen durch. Wer glaubt, dass diese verschwenderisch seien, wird eines Besseren belehrt.
Insgesamt 1017 Menschen im Alter von 14-29 Jahren befragte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) in Nordrhein-Westfalen zum Thema Finanzen. Nach Angaben des Senders ist dies die erste unabhängige Befragung, die repräsentativ bei dieser Zielgruppe durchgeführt wurde. Erstaunlich war das Ergebnis. Denn statt Konsum standen bei den Jugendlichen vor allem das Sparen und auch die Altersvorsorge hoch im Kurs. Rund 80 % meinten, dass man mit der Vorsorge für den Ruhestand nicht früh genug anfangen könne. Lediglich 18 % erklärten, ihnen bliebe kein Geld zum Sparen übrig. 74 % gaben an, dass sie regelmäßig Beträge zurücklegten, um Rücklagen zu bilden.Auf die Frage, wer in Bezug auf die Finanzen ihr hauptsächliche Informationsquelle sei, nannten die meisten Jugendlichen die Eltern. Aber auch die Bank und das Internet werden zur Auskunft herangezogen. Lediglich 25 % der Befragten erklärten, dass sie sich Informationen über Stiftung Warentest oder andere Verbraucherzentralen holen würden. In ihrer Selbsteinschätzung beurteilten sich 79 % der Umfrageteilnehmer so, dass sie angaben, sie könnten gut mit Geld umgehen. Gleichzeitig erklärte ein Dreiviertel der jungen Menschen, dass sie sich „stark“ oder zumindest „mäßig“ für das Thema Finanzen interessierten. Lediglich 4,5 % meinte, dass Geld sie gar nicht interessiere.
Während die meisten Befragten das Sparen hinsichtlich ihrer Finanzen favorisierten, lehnte mehr als die Hälfte (52 %) das Schuldenmachen rigoros ab. Zum Sparverhalten ist dabei noch anzumerken, dass etwa 88 % der Umfrageteilnehmer über ein Konto verfügen, aber immerhin auch noch rund zwei Drittel ein Sparschwein besitzen. Auch auf die Frage, was sie mit einem überraschenden Bonus von 1.000 € machen würden, gaben lediglich 15,1 % an, diese beim Shoppen auszugeben. 40 % hingegen würden den kompletten Betrag sparen. Als Fazit erklärte der Bamberger Finanzwissenschaftler Andreas Oehler, dass die Jugend von heute ein ausgeprägtes Wissen über Finanzen habe.
