Ergebnisse vom Banken-Stresstest in den nächsten Tagen erwartet

 Banken-Stess-TestKürzlich verordnete die EU den Finanzinstituten den Banken-Stresstest. Hier sollten die Auswirkungen von Kursverfall und Konjunktureinbruch bei den Anleihemärkten auf die Bilanzen der Banken getestet werden. Bislang stehen die deutschen Geldhäuser gut da.
Der, von der Europäischen Union verlangte Banken-Stresstest scheint für alle deutschen Banken gut verlaufen zu sein, heißt es aus Bankkreisen. In ersten Tests haben alle 14 Geldhäuser, die am Banken-Stresstest teilgenommen haben, diesen bestanden. Getestet wurden die Auswirkungen eines konjunkturellen Einbruchs sowie ein möglicher Kursverfall auf die Bilanzen der Bank. Überprüft und überwacht wurde die Maßnahme von dem Committee of European Banking Supervisors (CEBS), der europäischen Bankenaufsicht. Insgesamt nahmen 91 europäische Geldhäuser teil. Hauptsächlich sollte dieser Test das Vertrauen der Kunden in die Banken nach der Krise wieder stärken, doch alle Institute werden die erforderlichen Kriterien wohl nicht erfüllen.

Sollten sich nun einige Geldhäuser nach dem Banken-Stresstest als nicht krisenresistent erwiesen haben, so Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), sollten sie zunächst versuchen, neues Kapital zu beschaffen. Im Falle eines Scheiterns könnten dann die Staaten zur Rettung hinzugezogen werden. Würden diese durch eine solche Hilfsaktion in den Bankrott getrieben, so der Finanzminister weiter, käme als letzter Schritt der Euro-Rettungsschirm mit 750 Milliarden Euro zum Tragen. Schon jetzt warnt die EU-Kommission einige Mitgliedsstaaten vor möglichen Rettungsaktionen nach Bekanntgabe der Ergebnisse aus dem Banken-Stresstest. Das könnte unter anderem die deutschen Landesbanken und die spanischen Sparkassen betreffen.

EU-Finanzkommissar Olli Rehn nennt die Maßnahmen die „dritte Rettungslinie“. Doch noch steht diese Linie für Notfälle, wie sie im Banken-Stresstest simuliert werden, nicht komplett. Belgien, die Slowakei und Italien müssen noch den Vertrag ratifizieren, der zur Gründung einer Zweckgesellschaft aufgesetzt wurde, die die Rettungsmilliarden verwalten soll. Gleichzeitig macht Bratislava zur Bedingung, dass die Banken an einer etwaigen Krisenbewältigung beteiligt werden müssen. Zu erwarten sind die ersten konkreten Zahlen aus dem Banken-Stresstest ab Mitte August 2010. Durchgefallen sind dann jene Geldhäuser, die innerhalb dieser Belastungsproben eine Kernkapitalquote unter sechs Prozent vorweisen.

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